Stilbruch und Modesünde – ungezogen Einrichten

Stilbruch und Modesünde – ungezogen Einrichten

„Mach kaputt! Was dich kaputt macht!“ – die Berufsrevoluzzer von Ton Steine Scherben hatten 1970 den Durchblick. Auch wenn der selbsternannte „König von Deutschland“ (Rio Reiser) vielleicht nicht den besten Einrichtungsgeschmack hatte– als postmoderner Hausbesetzer ist man wahrlich nicht der Typ für Accessoires und Tagesdecken – in Sachen lyrische Ergüsse und Melodien, die ins Herzen springen, war Rio Reiser ein Meister seines Faches.

Die Zeiten von Studentenprotesten und Politrock sind inzwischen vorbei und auch der Look Lederjacke, Schlaghose und Schwarz als Standardfarbe sind zentimeterdick mit dem Staub der Zeitgeschichte bedeckt. Man könnte sogar so weit gehen und behaupten Rio R. würde heute Bausparen und DIY-Ratgeber im Internet schmökern.

Doch genug der Mutmaßung um die Legenden der politischen Musik! Ein wenig frischer Wind, ein wenig Revolution wird den heimischen vier Wänden nicht schaden! Um es mit den Worten des wunderbaren Stéphane Hessel zu sagen: „Empört Euch!“.


Es ist an der Zeit Neues zu versuchen, Stil und Etikette auch mal gut sein zu lassen und sich mit fliegenden Pauken und fahnenden Trompeten der Modesünde anzunehmen. 3-2-1, Revolution!

Paisley statt Uniform – es lebe die Individualität

Paisley statt Uniform – es lebe die Individualität

Man könnte meinen, die Einrichtungswelt und auch ein Teil der Möbelbranche lebt davon, unser Zuhause brav und gleich zu stricken. Kein Wohnmagazin und kein Interior-Blog kommt ohne die Guides, Tipps und Tricks zum guten Stil aus. Mit Fug und Recht kann/darf man behaupten, Stil braucht eine gute Schule.

Mit den richtigen Kniffen lässt es sich wahrlich wohnlich wohnen! Und zu einem gewissen Maß macht der „gute Stil“ und die „Regeln zum richtigen Einrichten nicht nur Spaß und Sinn, diese Regeln machen es uns auch gemütlich. Mit laufender Wohnerfahrung und einer Prise Mut und Verrücktheit wird uns aber klar, ein bisschen Auf-/Ausbruch wird uns nicht schaden.

Individualität beginnt nicht mit einem Guide, einer Liste an Tipps oder einem Rezept! Individuelles Wohnen startet mit dem eigenen Geschmack und dem Selbstbewusstsein, diesen voll und ganz in Szene zu setzen. Es sind unsere Lieblingsstücke, die den eigenen Glanz in die eigene Heimat bringen.

Wir stellen doch auch unsere Fotos auf und lassen nicht die Beispielbilder in unseren neuen Bilderrahmen! Es geht darum, das eigene Leuchten in unser Zuhause zu bringen. Auch wenn es weder ästhetische Preise gewinnt und aus moderner Sicht aus der Zeit gefallen scheint, ein Paisley-Hemd besitzt einfach mehr Individualität als eine ausgewaschene Uniform.

Guides, Tipps und Tricks verlieren nicht ihre Daseinsberechtigung, sind und bleiben Sie wunderbare Quellen an Informationen und selbstverständlich auch Inspiration! Den eigenen Charme und einen individuellen Glanz zaubern wir jedoch nur mit den eigenen Dingen in die heimischen vier Wände.

Einfach, ehrlich, wunderbar – der Vorteil des eigenen Designs

Wenn wir uns ganz pragmatisch den Vorteilen des eigenen Styles widmen, so fallen wir über kurz oder lang über das Thema des schnöden Mammons. Ganz egal, ob wir nun eine DIY-Fee sind oder uns einfach nur gerne auf Möbel-Flohmärkten herumtreiben, wer nicht jedem Möbel-Trendchen und Design-Trendlein hinterherläuft und sich nicht sofort auf jede Kaufempfehlung der Marketing-Fachbetriebe stürzt, der spart nicht nur eine Menge Nerven, sondern auch richtig viele Moneten.

Denn in Sachen moderne Trends und moderne Medien lässt sich eines klar aussagen: Die Halbwertszeit eines Trends geht sehr flott nach unten. Das, was letztes Jahr heiß war, ist wenige Monate später vollkommen aus der Mode. Vor allem bei Accessoires, nagt der Zahn der Trendzeit doch sehr flott und äußerst effektiv an Leuchten, Lampen, Decken und Objekten. Wohl dem, der mit handgemachten Schätzen, persönlichen Erinnerungsstücken und den ganz persönlichen Andenken an den ersten Urlaub in Südamerika sein Eigen nennen kann! Persönliche Erinnerungen kommen niemals aus der Mode, machen sie unser Leben doch zu dem, was es ist!

Mehr Mut, mehr Spaß, mehr Wohnen!

Ein Lächeln und strahlende Augen – mehr braucht es nicht, um sich zu verlieben. Genau diese beiden Highlights sollten Sie in Ihren heimischen vier Wänden auch in geeigneter Position Gästen und Besuchern präsentieren.

Wer jetzt vor lauter Panik in die berühmt-berüchtigte Einrichtung-Schnappatmung verfällt – keine Panik! Der Weg zu Charme, Stil und einem eigenen Lächeln ist gar nicht so weit. Hier einige Idee, um der eigenen Kreativität ein wenig Doping an die Hand zu geben:

  • Für die Sportskanonen: Medaillen und Startnummern kann Jeder ausstellen! Was ist der treuste Begleiter auf den einsamen Kilometern auf der Strecke? Genau, unsere Laufschuhe! Unsere versehrten Exemplare sind eine wunderbare Erinnerung an alles, was wir auf der Strecke erreicht haben und die perfekte Motivation für nebelige November Morgen! Setzen Sie dieses Motivationsdoping perfekt in Szene – der Sportaltar im Wohnzimmer macht definitiv etwas her!
  • Wer am Fluss oder der See lebt und sich dem feuchten Element verpflichtet fühlt, Treibholz und Flussholz erzählt Geschichte. Mit ein wenig Handwerksverstand wird aus einem Stück altem Holz eine wundere Garderobe! DIY und lokaler Bezug sind eine wunderbare Zierde für unsere vier Wände.
  • Let´s Trash! Erinnern Sie sich noch an Ihren Abschlussball? Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als man ohne Lebenserfahrung, mit furchtbarem modischem Geschmack und einer fragwürdigen Haardekoration mit tapsigen Schritten so etwas wie Disco-Fox gerumpelt hat? Genau diese Bilder sollten in der Nähe des Schlafzimmer Spiegel stehen. Garantiert ärgern Sie sich in der Früh nicht mehr über das missglückte Outfit – früher war nämlich alles schlechter. Wer ganz mutig sein möchte – eine Trash-Ausstellung im Wohnzimmer macht sympathisch und zeigt mit einem Augenzwingern etwas von früher!